Kinderturnen inklusiv

Wie gestalte ich eine Kinderturn-Stunde inklusiv -  für ALLE Kinder -  unabhängig von physischer oder psychischer Behinderung und unabhängig von soziokulturellem Hintergrund? Wie kann ich Berührungsängste vor dem „Anders sein“ abbauen? Was können Kinder mit Behinderung umsetzen, ohne dass sie überfordert werden?

Dies sind nur einige wenige Fragen, mit denen Übungsleiter/innen im Kinderturnen in den kommenden Jahren vermehrt konfrontiert werden. Antworten darauf möchte  ein Fortbildungsmodul für Übungsleiter/innen in inklusiven Gruppen geben, das im Rahmen des von der Aktion Mensch geförderten Kooperationsprojektes „Kinderturnen inklusiv“ der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ) und der Deutschen Turnerjugend (DTJ) in vier Pilotschulungen durchgeführt wurde.

Im Frühjahr 2014 fanden die Fortbildungen in den Pilotregionen Mecklenburg-Vorpommern,  Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen statt. Insgesamt rund 80 Übungsleiter/innen wurden  ausgebildet. Neben Übungsleiter/Innen aus dem Behindertensport und dem Turnen stand die Schulung auch Erzieher/innen, Lehrer/innen sowie weiteren an der Thematik Inklusion Interessierten offen. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass Personen bereits in einer bestehenden (Turn-) Gruppe mit Kindern im Kindergarten- oder Grundschulalter arbeiten. Außerdem mussten die Teilnehmer/innen über die Schulung hinaus bereit sein, im Rahmen des Projekts an der einjährigen Umsetzungsphase in den Gruppen teilzunehmen und ihr Angebot für Kinder mit und ohne Behinderung zu öffnen.

Besonders erfreulich für das Projekt ist die große Nachfrage der Fortbildung in den Pilotländern. Über 210 Anmeldung und viele Fragen zum Thema gingen bei den Projektverantwortlichen ein.

Praxisnahe Fortbildungsinhalte

Neben den theoretischen Grundlagen zu Inklusion, Behinderung und Kinderturnen, nehmen die Themenfelder Sensibilisierung, Eigenerfahrung und die Umsetzung von differenzierten Bewegungsangeboten in der Kinderturn-Praxis einen großen Teil der Schulung ein. In Kleingruppen wurden praktische Umsetzungsbeispiele erarbeitet. Zum Beispiel sollen kleine Spiele unter Berücksichtigung von bestimmten Behinderungsarten und unter dem Aspekt „leichte Sprache“ entwickelt werden.

Auswertung der Pilotphase

Das direkte Feedback der Teilnehmer/innen war sehr positiv. Die Erfahrungen und Ergebnisse werden wissenschaftlich durch das Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FiBS) ausgewertet und in die Weiterentwicklung des Qualifizierungsmoduls und in die Erstellung von Schulungsmaterialien einfließen.

Für Mitte 2015 ist eine bundesweite Multiplikatorenschulung geplant, bei der Referent/innen aus dem Behindertensport und dem Kinderturnen qualifiziert werden, um in den Landesstrukturen eigenständig Schulungen durchführen zu können. Im Rahmen des Projekts werden die Kosten für die jeweils erste Schulungsmaßnahme in jedem Bundesland übernommen. So soll ein bundesweites Schulungsangebot sichergestellt werden.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt unter

 www.kinderturnen.de

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