Special Olympics World Games: Wirkung der Spiele nutzen

Was bedeuten die Special Olympics World Games für Berlin und den Sport von Menschen mit Behinderungen?

Robin Grieger und Kirsten Ulrich sitzen auf zwei bunten Würfeln im Stand des DOSB und unterhalten sich.
Am Stand des DOSB beim SO Festival im Gespräch Kirsten Ulrich und Robin Grieger.

Zum SO Festival am Stand des DOSB fand heute ein Gespräch mit Kirsten Ulrich vom Netzwerk Sport & Inklusion Berlin und Vizepräsidentin des LSB Berlin für Inklusion, Vielfalt und Gleichstellung statt.

DOSB: Vom 17.-25. Juni finden erstmals die Special Olympics World Games (SOWG) in Deutschland statt. Wie groß ist die Vorfreude auf das größte inklusive Sportfest der Welt? Und Warum?

Kirsten Ulrich: Ich freue mich auf ein internationales, buntes Fest des Sports für mehr Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung. Die Spiele und die parallelen Veranstaltungen in der Zeit der Spiele zeigen den Lebensalltag von Menschen mit einer geistigen Behinderung und fördern die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. Die Special Olympics World Games sind für den Sport in Deutschland eine große Chance eine Möglichkeit für mehr Inklusion 

DOSB: Welche Vorteile bieten sich dadurch, dass die SOWG in Berlin stattfinden?

Kirsten Ulrich: Durch die Öffentlichkeit erreichen wir auch Teile unserer Gesellschaft, die sich bisher nicht mit dem Thema Inklusion auseinandergesetzt haben und können hier sensibilisieren und ein Verständnis fördern. Wir wollen die Wirkung der Spiele nutzen und uns gemeinsam stärker für Inklusion zu engagieren.

DOSB: Wie sind die Sportmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland generell?

Kirsten Ulrich: Auch hier hat sich in den letzten Jahren mehr getan, aber es ist noch viel zu tun. Die Vereine müssen stärker unterstützt und motiviert werden inklusive Sportangebote zu ermöglichen.

DOSB: Das Netzwerk Sport & Inklusion hat vor dem Start der SOWG ein Strategiekonzept zur nachhaltigen Entwicklung des inklusiven Sports entwickelt. Worum handelt es sich bei diesem Netzwerk und welche Maßnahmen sollen mithilfe des Konzepts ergriffen werden?

Kirsten Ulrich: Das Netzwerk Inklusion & Sport hat sich 2013 auf Initiative des Vereins Pfeffersport e.V. gegründet. Seitdem haben sich uns weitere Vereine und Verbände angeschlossen. Wir suchen immer wieder das Gespräch mit Politik und Verwaltung um Inklusion und Teilhabe zu ermöglichen. Wir haben gemeinsam mit verschiedensten Organisationen und Personen den Kriterienkatalog für barrierefreie Sportstätten erstellt. Um nachhaltig die Inklusion zu fördern, fordern wir u.a.

• Aufnahme des Kriterienkatalogs des Netzwerks Sport & Inklusion in das Planungshandbuch Sport

• einen Fond für Dolmetscher*innen für Deutsche Gebärdensprache, Leichte Sprache und andere Assistenzleistungen um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an Qualifizierungsmaßnahmen, Bewegungsangeboten, Veranstaltungen wie Mitgliedervollversammlungen etc. zu ermöglichen

• Im Straßenland und im ÖPNV müssen nachhaltig Barrieren abgebaut werden. Die Barrierefreiheit zwischen dem letzten ÖPNV-Halt zur Sportanlage muss gegeben sein.

DOSB: Wo besteht nach Meinung des Netzwerks hin zu einer inklusiven Gesellschaft noch der größte Handlungsbedarf?

Kirsten Ulrich: Es müssen Strukturen geschaffen werden, die zukünftig auch über den Sport hinaus mehr selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ermöglichen. Dazu gehören nicht nur barrierefreie Sportstätten, sondern inklusive Sozialräume, die Sicherstellung von Assistenzleistungen und eine inklusive Gestaltung des ehrenamtlichen Engagements.

DOSB : Sehen Sie die SOWG als Chance, permanent inklusive Strukturen und Barrierefreiheit in Berlin zu schaffen?

Kirsten Ulrich: Es ist eine große Chance, die wir nutzen müssen. Damit durch dieses Event dauerhaft Wirkung erzielt wird, gehört auch die Absicherung der im Rahmen der Sportveranstaltung begonnenen Maßnahmen.

Die Fragen stelte Robin Grieger vom Inklusions-Team des DOSB.


  • Robin Grieger und Kirsten Ulrich sitzen auf zwei bunten Würfeln im Stand des DOSB und unterhalten sich.
    Robin Grieger und Kirsten Ulrich sitzen auf zwei bunten Würfeln im Stand des DOSB und unterhalten sich.

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