Vom Projekt zum Querschnittsthema

In seinen bisher zwei Jahren als Sport-Inklusionsmanager hat Alexander Fangmann einiges bewegt. Doch er weiß auch: Inklusion braucht Geduld

Alexander Fangmann an seinem Schreibtisch im WLSB Copyright: WLSB
Alexander Fangmann an seinem Schreibtisch im WLSB Copyright: WLSB

Eines hat Alexander Fangmann auf jeden Fall erreicht: im organisierten Sport ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es bei der Inklusion nicht mit ein paar Projekten getan ist. Zum Beispiel einige Treppen zu Rampen für Rollstuhlfahrer umzubauen oder Internetseiten so zu gestalten, dass sie auch für Blinde lesbar sind. „Es ist wichtig zu sagen, dass dieses Thema nicht nur ein paar Leute betrifft. Inklusion ist ein wirkliches Querschnittsthema, von dem viele Menschen betroffen sind und auch viele profitieren können“, sagt Fangmann. „Man spürt, dass das im und außerhalb des WLSB immer klarer wird.“

Seit gut zwei Jahren ist der 35-Jährige der Sport-Inklusionsmanager des Dachverbands der württembergischen Sportvereine. Wie wichtig die Inklusion ist, weiß er aus eigener Erfahrung, denn Fangmann ist blind. Seine Stelle wurde zunächst für zwei Jahre im Rahmen des DOSB-Projekts „Qualifiziert für die Praxis: Inklusionsmanager/innen für den gemeinnützigen Sport“ geschaffen. Seit dem 1. Juli ist der Kapitän der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft und Bundesligaspieler des MTV Stuttgart nun dauerhaft beim WLSB angestellt. „Das Thema ist sehr breit angelegt“, erklärt er. „Deshalb müssen wir auch in alle Bereiche reingehen wie Strukturen, Qualifizierung oder Kursangebote und generell die Sensibilisierung.“
Ausgangspunkt für die gemeinsame Bewerbung des WLSB und des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbands (WBRS) um die vom DOSB finanzierte Stelle eines Inklusionsmanagers war die Idee, das Erfolgsmodell des WBRS „Handicap macht Schule“ auf die Organisationsform Sportverein zu übertragen. Das ist in vielen Bereichen gelungen, auch wenn es noch einiges zu tun gibt. Verbandsintern sind durch die Arbeit des Inklusionsmanagers Sensibilisierungsprozesse angestoßen worden. Inklusion ist mittlerweile regelmäßig ein Thema in den Gremien, Projekte und Maßnahmen werden als selbstverständlich und positiv bewertet. Das zeigt sich darin, dass die WLSB-Satzung mit einem Eintrag zur Inklusion ergänzt wurde oder sich Übungsleiter nun verstärkt in diesem Bereich weiterqualifizieren können.

Breite Außenwirkung durch WLSB-Fachtag „Einfach machen“

Das herausragende Ereignis war der Fachtag „Einfach machen! – Inklusion im und durch Sport“ am 18. Mai 2019. Mit dieser Leuchtturmveranstaltung setzte der WLSB ein deutliches Signal, „mit dem wir schon auch eine breite Außenwirkung erzielt haben“, wie Fangmann betont. Die mit der Veranstaltung begonnene Vernetzung und Zusammenarbeit mit Partnern wurde fortgesetzt und intensiviert.
Dass es nicht immer einfach ist, gesellschaftliche Veränderungen voranzubringen, zeigt die Resonanz der Sportkreise auf das WLSB-Engagement. Über sie sollte das Modell „Handicap macht Schule“ in die Vereine gebracht werden. Das ist bisher aber nur in zwei Sportkreisen gelungen. Daher ist es eine von Fangmanns Aufgaben, sich „noch mehr um die dezentrale Verbreitung“ zu kümmern. Denn er wird eben auch, nachdem die Finanzierung seiner Stelle im Rahmen des DOSB-Projekts zum 30. Juni ausgelaufen ist, weiter als Inklusionsmanager für den WLSB arbeiten. In Zukunft werde es seine und die Hauptaufgabe seiner Kollegin Ines Rathfelder sein, „Inklusion als Thema so zu etablieren, dass es überall mitgedacht wird und überall selbstverständlich ist. Inklusion sollte nicht nur ein Projektthema sein, sondern eine ständige Aufgabe. Denn Projekte sind zeitlich begrenzt“, erklärt Fangmann.

Inklusion benötigt das persönliche Engagement

Ihm ist in den ersten beiden Jahren beim WLSB allerdings auch klar geworden, dass Fortschritte bei der Inklusion sehr personenabhängig sind. Besonders in den Vereinen. „Entweder man hat einen Betroffenen dabei, der es braucht und anstößt, oder es tut sich häufig nicht viel“, meint Fangmann. „Kein Verein würde das präventiv machen und sagen: Wir bauen unser Vereinsheim behindertengerecht um, falls in Zukunft mal jemand kommt.“ Das sei die Realität. Daher arbeite der WLSB künftig verstärkt daran, „lokal und regional mehr Multiplikatoren zu haben, die Vereine auf den Weg bringen. Wir wollen uns noch mehr um die dezentrale Verbreitung kümmern.“
Dabei sieht Fangmann besonders in der Zusammenarbeit mit Organisationen wie der Lebenshilfe oder Special Olympics einen Weg, inklusive Strukturen stärker zu etablieren. Und Menschen in den Vereinen auf den Weg zu bringen.
Es gibt also noch einiges zu tun bei der Inklusion.

Quelle: WLSB, Matthias Jung


  • Alexander Fangmann an seinem Schreibtisch im WLSB Copyright: WLSB
    Alexander Fangmann im lila T-Shirt an seinem Schreibtisch im WLSB

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